Seychellen: Inselhüpfen im Paradies

Wir waren ja schon mal auf den Seychellen. Aber diese Inseln haben Suchtpotenzial. Und so freuen wir uns riesig, als wir morgens knapp über dem wunderschönen blauen Meer auf dem International Airport der Seychellen landen. Wir haben kein Taxi vorab über Moorings bestellt, da die andere Hälfte der Crew erst zwei Stunden später ankommen wird. Und wir wollten noch in aller Ruhe Geld am Flughafen aus dem Automaten ziehen. Das hätten wir auch anders machen können, denn in der Eden Island Marina gibt es auch Geldautomaten und das vorbestellte Taxi kann man bei Moorings bezahlen.

Der Empfang bei Moorings und die Übergabe war genau so wie man es nach 10 Stunden im Flugzeug gebrauchen kann: sehr freundlich, ruhig und angenehm. Das gebuchte Boot, eine Moorings 4000 kennen wir schon gut, da wir so einen Segelkatamaran über Moorings im Eignerprogramm erworben haben. Unser Boot liegt allerdings auf St. Lucia. Wir lassen uns trotzdem noch mal die wichtigsten Funktionen erklären. Es sind ja doch viele Details und der letzte Segelurlaub ist schon drei Monate her. Auf Korfu war es eine Sunsail 404, aber sie ist baugleich und alle Schoten, Fallen und Bedienelemente sind an der gleichen Stelle. Sehr angenehm. Auf den Seychellen haben wir eine Dreikabinenversion und auf Korfu war es ein Boot mit vier Kabinen.

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Am Nachmittag gibt es dann noch ein Skipperbriefing für meine Frau und mich. Wir bekommen sehr viele Tipps, die wir eifrig mitschreiben. Die interessanten Buchten markiere ich direkt in meiner Navionics App. Zusammen mit den Freunden kaufen wir danach noch viele Lebensmittel im Supermarkt der Marina ein (zum Glück hat er am Sonntag auf). Vom letzten Urlaub wissen wir noch, dass die Einkaufsmöglichkeiten auf der Hauptinsel Mahe am besten sind. Und das Trinkwasser bekommt man hier in der Marin am besten aufs Boot. Zum Kochen hat am ersten Abend keiner Lust und so besuchen wir eines der Restaurants in der Marina. Wir wollen am ersten Tag nicht mehr ablegen, sondern am Montag noch auf den Markt (Sir Selwyn-Clarke Market) in die Hauptstadt Victoria. Dort haben wir unter anderem einen Barracuda und  einen Red Snapper gekauft. Den Barracuda haben wir eingefroren und den Snapper nur gekühlt, er sollte bald in den Ofen.

Und am Montag-Nachmittag ging es dann noch los: 15 sm bis zur Baie Ternay im Nordwesten von Mahe. Aber beim Auslaufen mussten wir erst mal aufpassen, dass wir in der Fahrrinne bleiben. Beim Briefing haben wir erfahren, dass dort Untiefen direkt neben der Fahrrinne sind (nicht sichtbar). In der Baie Ternay kann man entweder an einer der beiden Bojen festmachen oder in der Nähe ankern. Im Westteil der Bucht sind Korallen, diese sollten vom Anker verschont bleiben. Bald kam auch der Ranger, um die Gebühr für Ankern im Naturschutzgebiet zu erheben. Das Baden in dieser einsamen Bucht war herrlich. Nachts lagen wir hier mit drei Booten. Es gibt auch kein Restaurant in dieser Bucht. Aber wir hatten ja gut eingekauft und das selbst gekochte Essen schmeckte vorzüglich beim Sonnenuntergang. Wir waren sehr erstaunt, dass wir zeitweise mit vier Personen im Salon waren und das Essen zubereitet haben ohne uns gegenseitig zu stören. Durch die vordere Tür weht vor Anker auch immer ein angenehmer Wind. Da fehlt dann nur noch ein guter Rotwein oder ein kühles Bier zum perfekten Abend (es gab sogar alkohlfreies Bier im Supermarkt. Ob es an den vielen Deutschen liegt, die hierher kommen?).

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Am nächsten Morgen haben wir noch den Strand im Ostteil der Bucht erkundet. Wir haben uns ein wenig wie Robinson gefühlt, denn wir waren jetzt ganz alleine hier.

Das war ja schon mal ein toller Start des Urlaubs und es ging auch so weiter. Wir hatten beim Briefing so viele Tipps bekommen, die konnten wir in zwei Wochen gar nicht alle schaffen. Der Urlaub sollte ja auch nicht in Stress münden. Wir wollten lieber nur ein paar Highlights besuchen und die dann auch entsprechend genießen. Hier sind noch ein paar Tipps von uns:

  • Wir haben für den Urlaub einen WLAN-Router von Moorings bekommen. So konnten wir jeden Tag den Wetterbeicht aus dem Internet abrufen. Dazu wurde ja gerade eine neue Information veröffentlicht, an welchen Standorten und auf welchen Booten es WLAN gibt.
  • Auf Praslin haben wir den Fond Ferdinand besucht. Hier wird eine Führung vor allem über die berühmte Coco de Mer und die üppige Natur geboten. So ganz nebenbei steigt man noch auf einen hohen Hügel mit phantastischer Aussicht. Der Eintritt in den Park kostet 125 Rupien. Wir haben in der Baie St. Anne an einer Mooring-Boje gelegen und sind vom Hafen aus ca. 2,0 Kilometer in den Park gelaufen. Dieser Weg bereitet mit seinem hügeligen Profil auf die spätere Tour vor. Es fährt aber auch ein Linienbus am Park vorbei. Anschließend haben wir im No 1 Baie Ste Anne–Cafe die leckeren Smoothies, Kaffee und Kuchen genossen. Es gibt auch Sandwiches. Das No1 ist ca. 1 Kilometer von der Marina am Fähranleger entfernt.
  • Beim Navigieren an Land haben wir die App maps.me genutzt. Sie hat den Vorteil, dass man die benötigten Karten in die App laden kann und benötigt dann unterwegs keine Internetverbindung.
  • In der Baie St. Anne müssen wir noch auf Robert hinweisen. Er kommt irgendwann zum Boot und bietet seine Dienste an. So haben wir beim ihm die Mooring-Boje bezahlt und für abends ein sehr leckeres Essen bestellt. Wir haben schon in weiser Voraussicht für vier Personen bestellt obwohl neben vier Erwachsenen noch ein Jugendlicher dabei war. Das Essen hat dann für zwei Mahlzeiten gereicht. Aber kein Problem, es gibt ja einen großen Kühlschrank. Wir haben 250 Rupien pro Portion bezahlt, also 1.000 Rp für vier Personen.
  • Auf Cousin (das ist die nördlichere der beiden Cousine und Cousin-Inseln) haben unsere Freunde eine geführte Tour gemacht. Man legt sich mit dem Boot in den Norden der Insel vor Anker (Ankunft bis morgens 10:00) und wird dann von den Rangern mit deren Boot abgeholt (nicht mit dem eigenen Dinghy an Land fahren). Also Fender raushängen und warten, bis man abgeholt wird. Die Tour dauert dann insgesamt ca. 3 Stunden und kostet 500 Rupien pro Person. Wir sind auf dem Boot geblieben, da wir vor vier Jahren schon mal auf der Insel waren.
  • Auf Curieuse haben wir die Farm mit den Riesenschildkröten besucht (es gibt auch einen Bereich mit kleinem Nachwuchs). Wir haben unsere Freunde an der Anse St. Jose abgesetzt. Dort befindet sich das Doctors House, da Curieuse im 19. Jahrhundert als Station für Leprakranke gedient hat. Von hier gibt es einen sehr schönen Fußweg zur Laraie Baie. Dort haben wir unser Boot dann vor Anker gelegt und die Freunde dann wieder am Strand getroffen. Wenn der Wind gut steht, kann man aber auch in der Laraie Baie ankern und den Weg zum Doctors House von hier hin- und zurückgehen. An beiden Stränden gibt es Barbecue. Es ist eigentlich für die Gäste gedacht, die einen Tagesausflug zur Insel gebucht haben. Aber auch wir konnten noch ein Grillmenü buchen. Am Nachmittag leert sich die ganze Insel und wir waren auf einmal ganz allein in der Bucht. Aber Vorsicht, nicht zu nah an den Strand fahren, es befinden sich Steine im Wasser. Wir haben auf 8 Meter geankert.
  • Es gibt viele schöne Spots zum Schnorcheln. Uns hat St. Pierre (zwischen Praslin und Curieuse im Norden der Anse Volbert) und der Saint Anne Marine National Park im Norden der Ile Moyenne sehr gut gefallen. In diesem Park kann man auch gut verweilen, wenn man spät aus der Eden Island Marina ausläuft oder als letzte Station bevor man das Boot wieder abgibt. Es kostet zwar Gebühren für den Nationalpark, aber wie oft kann man schon im Paradies verweilen?
  • Ein Besuch auf La Digue hat uns auch sehr gut gefallen. Der Hafen ist allerdings immer voll. Wir sind am frühen Morgen von Praslin losgefahren, um auf La Digue anzukommen, wenn die ersten den Hafen verlassen. Mit ein paar Leihrädern, die am Hafen angeboten werden, haben wir die Insel erkundet. Die Wellen an der Grand Anse im Südosten sind sehr beeindruckend. Allerdings sollte man dort nicht mit dem Boot ankern, es gibt eigentlich immer eine hohe Brandung. Die spektakulären Granitfelsen am Anse Source d'Argent haben wir uns kurz vor Sonnenuntergang angeschaut.

 

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So hatten wir uns den Urlaub in einem traumhaften, exotischen Segelrevier vorgestellt: atemberaubende Natur mit grünen, hohen Hügeln, gute Winde (maximal 5 Windstärken), viel Sonnenschein, wenig Regen, traumhafte Buchten und Strände, warmes Wasser, bunte Fische,…. Es gibt Direktflüge ab Frankfurt und die Zeitverschiebung beträgt nur zwei bis drei Stunden. Das Boot war gut gepflegt und hat uns sehr viel Segelfreude beschert. Der Platz für fünf Personen auf dem Boot ist sehr üppig. Der Wasservorrat  von 800 Litern hat für fünf Personen und 14 Tage gerreicht.

Wir kommen bestimmt noch mal wieder.

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Hier sind ein paar Eindrücke von unserem Segeltörn:

https://youtu.be/7DiGh4wna8M

 

Viel Spaß beim nächsten Segeltörn

Uwe

Uwe

Luise und Uwe sind seit 2016 stolze Yachteigner einer Moorings 4000.

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